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Jüdisches Leben in Pankow

Vom Anbeginn zum Neubeginn

Judenverfolgung

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Judenverfolgung 1933 - 1945

Daten zur Diskriminierung, Entrechtung und Verfolgung von Juden in Deutschland (ausgewählte Beispiele).

30. Januar 1933

Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler

23. März 1933

Gesetz "zur Behebung der Not von Volk und Reich" (Ermächtigungsgesetz)

1. April 1933

Boykott aller jüdischen Geschäfte durch die SA
Aktionen gegen jüdische Ärzte, Juristen und Studenten

7. April 1933

Gesetz "zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums"
Ausschaltung aller "nichtarischen" Beamten, Lehrer, Juristen, Mediziner und Hochschuldozenten im öffentlichen Dienst (Sonderregelungen für jüdische Frontkämpfer im 1. Weltkrieg)

22. August 1933

In zahlreichen Orten Badeverbote (an Stränden und in öffentlichen Badeanstalten) für Juden

13. September 1933

Vererbungslehre und Rassenkunde wird pflichtmäßiges Prüfungsgebiet für alle Schüler

5. März 1934

Das Auftreten von Juden als Schauspieler ist auf deutschen Bühnen nicht mehr gestattet

17. Mai 1934

"Nichtarische" Ärzte oder Ärzte mit "nichtarischen" Ehepartnern verlieren die Zulassung zu den Krankenkassen

10. September 1935

Ankündigung der Rassentrennung in den Volksschulen ab 1936

15. September 1935

Erlass der "Nürnberger Gesetze",
Reichsbürgergesetz:
"Reichsbürger sind nur Staatsangehörige deutschen oder artverwandten Blutes"
Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehre:
"§ 1: Eheschließung zwischen Juden und Staatsangehörigen d

30. September 1935

Beurlaubung sämtlicher jüdischer Richter, Staatsanwälte und Beamte

4. Oktober 1936

Runderlass des Reichsinnenministeriums zur Taufe von Juden: Der Übertritt zum Christentum verändert den Status nicht

21. Dezember 1936

Verbot jüdischer Versammlungen und Veranstaltungen

15. April 1937

Juden werden zur Doktorprüfung nicht mehr zugelassen

14. Juni 1938

Registrierung und Kennzeichnung jüdischer Gewerbebetriebe

23. Juli 1938

Einführung der Kennkarte für Juden ab 1. Januar 1939

25. Juli 1938

Streichung der Approbation der jüdischen Ärzte ab 30. September 1938. Danach können jüdische Ärzte nur in Ausnahmefällen als "Krankenbehandler" für Juden tätig sein

27. Juli 1938

Sämtliche nach Juden und jüdischen "Mischlingen 1. Grades" benannte Straßen sind umzubenennen

17. August 1938

Ab 1. Januar 1939 müssen Juden ihren Vornamen den Zwangsnamen "Sara" bzw. "Israel" hinzufügen

27. September 1938

Streichung der Zulassung aller jüdischen Rechtsanwälte ab 30. November 1938. Weitere Tätigkeit nur in Ausnahmefällen als "jüdische Konsulenten" für Juden

28. Oktober 1938

Ausweisung in Deutschland lebender Juden polnischer Nationalität

7. November 1938

Attentat Herschel Grynszpans, dessen Eltern von der "Polen-Aktion" betroffen sind, auf den deutschen Gesandtschaftsrat Ernst von Rath in Paris

9. November 1938

"Reichskristallnacht" - von der NSDAP organisierter Pogrom

12. November 1938

Verordnung einer Sühneleistung der deutschen Juden in Höhe von 1 Milliarde RM

12. November 1938

Juden wird der Besuch von Theatern, Kinos, Konzerten, Ausstellungen usw. verboten

15. November 1938

Jüdischen Kindern ist der Besuch deutscher Schulen nicht mehr gestattet

29. November 1938

Juden ist das Halten von Brieftauben verboten

3. Dezember 1938

Zwangsveräußerungen jüdischer Gewerbebetriebe, von Grundeigentum, Wertpapieren, Juwelen, Schmuck und Kunstgegenständen

17. Januar 1939

Erlöschen der Zulassung jüdischer Zahnärzte, Tierärzte und Apotheker

30. April 1939

Gesetz über Mietverhältnisse mit Juden: Gesetzliche Vorbereitung zur Zusammenlegung jüdischer Familien in "Judenhäusern"

1. September 1939

Ausgangsbeschränkung für Juden, im Winter ab 20:00 Uhr, im Sommer ab 21:00 Uhr

20. September 1939

Juden wird der Besitz von Rundfunkempfängern verboten

4. Juli 1940

Für den Verkauf von Lebensmitteln von und für Juden wird in Berlin die Stunde von 16:00 Uhr bis 17:00 Uhr festgesetzt

19. Juli 1940

Ausschluss der Juden als Fernsprechteilnehmer

2. Juni 1941

Juden dürfen die allgemeinen Leihbüchereien nicht mehr benutzen

26. Juni 1941

Juden erhalten keine Zusatzscheine mehr für Seife und Rasierseife

1. September 1941

Polizeiverordnung über die Kennzeichnung der Juden: Einführung des Judensterns im Reich ab 15. September 1941 für alle Juden vom 6. Lebensjahr an

14. Oktober 1941

Beginn der systematischen Deportation von Juden aus dem "Altreich"

23. Oktober 1941

Emigrationsverbot für die Dauer des Krieges

24. Oktober 1941

Befehl zur Deportation von ca. 50.000 Juden aus dem "Altreich", Österreich und Böhmen-Mähren in den Osten

13. November 1941

Erfassung von Schreibmaschinen, Fahrrädern, Photoapparaten und Ferngläsern bei Juden

25. November 1941

Verordnung zur Einziehung jüdischen Vermögens bei der Deportation

12. Dezember 1941

Verbot der Benutzung öffentlicher Fernsprechzellen durch Juden

20. Januar 1942

Wannsee-Konferenz über die Ausrottung der europäischen Juden ("Endlösung der Judenfrage")

15. Februar 1942

Juden dürfen keine Haustiere mehr halten

17. Februar 1942

Juden werden vom Zeitungsbezug ausgeschlossen

13. März 1942

Erlass über die Kennzeichnung der Wohnungen von Juden

24. April 1942

Verbot der Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel durch Juden im Reich

1. Juni 1942

Beginn der Massenvergasungen in Auschwitz

2. Juni 1942

Beginn der Deportation deutscher Juden nach Theresienstadt

11. Juni 1942

Juden erhalten keine Raucherkarte mehr

18. September 1942

Die Versorgung von Juden mit Fleisch, Fleischprodukten, Eiern, Milch und anderen zugeteilten Lebensmitteln wird eingestellt

27. Februar 1943

"Fabrik-Aktion" in Berlin: Deportation der jüdischen Zwangsarbeiter von ihren Arbeitsplätzen weg nach Auschwitz

19. Juni 1943

Goebbels erklärt Berlin für "judenfrei"

2. November 1944

Vergasungen in Auschwitz werden eingestellt in Anbetracht des Näherrückens der Roten Armee

26. November 1944

Zerstörung der Gaskammern und Krematorien in Auschwitz-Birkenau durch die Nazis

27. Januar 1945

Auschwitz wird von sowjetischen Truppen befreit

8. Mai 1945

Kapitulation der deutschen Wehrmacht
Nach Wolfgang Benz: "Die Juden in Deutschland 1933 - 1945", München 1993
Zur Mahnung und in Erinnerung an den antijüdischen Pogrom vom 9. November 1938