Hilfe für jüdische Verfolgte
Wer ein einziges Leben rettet, rettet die ganze Welt.
Alter jüdischer Spruch
Alter jüdischer Spruch
Siegmund Weltlinger, jüdischer Bankkaufmann, mit seiner Frau Margarete auf der Flucht vor der Gestapo, schreibt über die uneigennützige und mutige Hilfe der Familie Möhring.
Das Haus in der Kissingenstraße 25 / ecke Prenzlauer Promenade 128, in dem Frau Möhring einen Milchladen hatte. Nach dem Krieg wirkte Siegmund Weltlinger viele Jahre hindurch an der Spitze der "Berliner Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit".
Margarete Hensel, Jahrgang 1906
Schreiben von Vogelsdorff für Margarete Hensel
Jüdische Kennkarte von Paula Wünsche. Die Jüdin Paula Wünsche aus der Rosenthaler Hauptstraße 164 genoss durch ihren schwerkranken Ehemann einen begrenzten "arischen Schutz", Sohn Peter galt als "Mischling 1. Grades".
Familie Wünsche, um 1940. Trotzdem erhielt Paula die Kennkarte mit dem Aufdruck "J" und musste Zwangsarbeit leisten. Bei der Baumschule Späth arbeitete sie in einer "Judenkolonne" von 35 Frauen.
Paula Wünsches Lohntüte mit der Lohnabrechnung für sechs Tage: 21,20 RM, abzüglich Lohnsteuer und Krankenversicherung. Als Otto Wünsche starb, musste Paula in die Illegalität untertauchen.
Aus dem Bericht von Peter Wünsche
Paula und Peter fanden Unterschlupf in der Gärtnerei bei Emma Westphal in Wensickendorf. Die Kirchen in Deutschland wurden veranlasst, sich "gleichschalten" zu lassen und die verbrecherische Politik des Naziregimes zu unterstützen. In der Evangelischen wie auch in der Katholischen Kirche gab es Widerstand dagegen, besonders gegen die Judenverfolgungen. Vielfältige Hilfsmaßnahmen konnten Menschenleben retten. Im sinne der Bekennenden Kirche eines Martin Niemöller in Dahlem wirkten auch in Pankow Pfarrer der evangelischen Kirche, indem sie die auf dem Alten und Neuen Testament basierende christliche Lehre - im Gegensatz zu den "Deutschen Christen" - verteidigten, Verweigerungs- und Widerstandsaktionen unterstützten.
Pfarrer Rudolph Jungklaus und die Hoffnungskirche in der Elsa-Brandström-Straße. In der katholischen Kirche konnte das "Hilfswerk beim Bischöflichen Ordinariat Berlin" (HBOB) auch in Pankow katholischen "Nichtariern" und ihren Familien Hilfe bei der Ausreise aus Deutschland, nach Ende 1941 gelegentlich Unterschlupf und Unterstützung auch für illegal Lebende bieten. Durch taufen konnte zum Teil jüdischen verfolgten geholfen werden, der Deportation zu entgehen.
Zu den rührigsten Menschen, die sich dem Schutz jüdischen Lebens verschrieben hatten, gehörte Dr. Margarete Sommer, seit Herbst 1941 Geschäftsführerin des HBOB. Sie hatte sich in besonderem Maße für Auswanderungsmöglichkeiten für jüdisch-katholische Familien bemüht. Nach Kriegsende gehörte sie zu den Mitbegründern der "Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit".



